Aktuelle Meldungen aus Berlin, Potsdam und dem Umland
VBB führt verbundweites Seniorenticket ein
Zum 1. April 2009 führt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) unabhängig von sonstigen Tarifmaßnahmen das Seniorenticket „VBB-Abo 65 plus“ ein.
Mit dem Ticket sollen vorwiegend Menschen angesprochen werden, die bisher nach dem Eintritt in den Ruhestand den öffentlichen Nahverkehr kaum mehr genutzt haben. Dabei belegen Erfahrungen anderer Regionen, dass sogar sehr viele Neukunden gewonnen werden können. Eine Marktforschung, bei der über 2000 Senioren aus Berlin und Brandenburg befragt wurden, hat gezeigt, dass zwei Drittel der Berliner und gut die Hälfte der Brandenburger grundsätzlich an einem solchen Angebot interessiert sind. Daher erhofft sich der VBB mit diesem Ticket Mehreinnahmen und verzichtet auf eine Querfinanzierung durch andere Fahrausweisarten.
Für das Seniorenticket werden folgende Konditionen gelten:
- persönliche Zeitkarte ohne Übertragbarkeit und Mitnahmemöglichkeit
- Verkauf nur im Abonnement mit monatlicher oder jährlicher Zahlung und kulanten Kündigungsmöglichkeiten
- Mindestalter: 65 Jahre
- einheitlicher Preis für das gesamte Verbundgebiet
- keine Sperrzeiten
- Preis: 45 Euro pro Monat (524 Euro bei jährlicher Einmalzahlung im Voraus)
Mit diesem Angebot wird die Mobilität der älteren Fahrgäste deutlich erleichtert: "Fahrgäste aus Berlin können mit dem Seniorenticket, ohne einen Cent mehr zu bezahlen, einen Abstecher nach Potsdam, zum Flughafen Schönefeld, nach Rheinsberg oder in den Spreewald unternehmen“, streicht VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz den Vorteil des verbundweit gültigen Abonnements heraus. "Und umgekehrt können die Senioren aus dem Umland so oft sie wollen nach Berlin fahren, zum Shopping, ins Olympiastadion oder ins Theater.“
Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) Berlin-Brandenburg begrüßt das neue Angebot, appelliert jedoch gleichzeitig auf eine Tarifanpassung im Jahr 2009 zu verzichten, so wie es auch Brandenburgs Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) in den vergangenen Tagen in erfreulicher Klarheit gefordert hat. "Vor dem Hintergrund des sehr attraktiven Angebotes für Menschen über 65 Jahre wäre es nicht vermittelbar, wenn für eine andere Gruppe das Fahren mit Bahnen und Bussen teurer wird, ohne dass es irgendeine Verbesserung für diesen Personenkreis gäbe."
Neue BVG-Vorstandsbesetzung bestätigt
Nach dem Aufsichtsrat hat nun auch die Gewährträgerversammlung der Bestellung von Herrn Henrik Falk in den BVG-Vorstand sowie der neuen Geschäftsverteilung zugestimmt.
Damit wird ab dem 1.November 2008 Henrik Falk das Vorstandsressort Finanzen übernehmen. Andreas Sturmowski wird neben seinen Aufgaben als Vorsitzender des Vorstandes das Vorstandsressort Betrieb führen und löst damit den bereits zum Juli ausgeschiedenen Thomas Necker ab. Lothar Zweiniger zeichnet weiterhin für das Vorstandsressort Personal verantwortlich.
Berliner Bus & Bahn-Begleitservice startet im Oktober
Manche Menschen nutzen den öffentlichen Nahverkehr in Berlin nicht, obwohl sie es gerne tun würden. Sie sind unsicher, ob sie sich im komplexen Nahverkehrsangebot tatsächlich zurechtfinden. Für diese Fälle bietet der VBB ab Oktober einen "Bus&Bahn-Begleitservice" an. Unterstützt wird er dabei von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, von den JobCentern in Berlin sowie durch die Europäische Union.
Die Ursachen für diese Unsicherheit im Umgang mit Bussen und Bahnen können vielfältig sein: Körperliche Einschränkungen verschiedener Art, beispielsweise Seh- oder Gehbehinderungen, allgemeine Unsicherheit im als unübersichtlich empfundenen Liniennetz und in den Stationen, aber auch schweres Gepäck oder Kinderwagen.
Um diese potenziellen Kunden für den Nahverkehr zu gewinnen, bietet der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) ab Oktober einen "Bus&Bahn-Begleitservice" an. Die Idee des zunächst auf zwei Jahre angelegten Projektes ist, dass bisher Langzeitarbeitslose im Rahmen des Öffentlichen Beschäftigungssektors (ÖBS) zu "Fahrtbegleitern" geschult werden und dann die Kunden von der Wohnungstür bis zum Zielort in ganz Berlin begleiten - und zurück. Idealerweise gewinnen manche Kunden nach einigen begleiteten Fahrten soviel an Sicherheit im Umgang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, dass sie die Unterstützung nicht mehr benötigen.
Die Fahrten können spätestens am Tag vor der geplanten Fahrt über ein Servicebüro mit festen Öffnungszeiten telefonisch oder per e-Mail gebucht werden. Voraussetzung ist, dass die Kunden sich grundsätzlich selbstständig bewegen können - es handelt sch also nicht um ein Konkurrenzangebot zum bestehenden Sonderfahrdienst. Der Service selbst ist kostenfrei; einen regulären Fahrausweis oder eine Fahrtberechtigung müssen die Kunden jedoch vorweisen. Der Fahrtbegleiter hilft auch beim Kauf eines Fahrausweises.
Zurzeit werden die zukünftigen Fahrtbegleiter vom VBB und seinem Partner Dienstleistung & Bildung gemeinnützige GmbH (D&B) für ihre Aufgabe geschult. Dazu gehören u. a. spezielle Mobilitätshilfekurse. Ferner werden die technischen und organisatorischen Vorbereitungen getroffen, beispielsweise die Ausstattung des Servicebüros.
Eine nicht öffentliche Testphase wird noch im September beginnen, bei der die derzeit ausgebildeten Fahrtbegleiter mit ausgewählten Kunden erste Erfahrungen sammeln. Die Aufnahme des Dauerbetriebs folgt dann im Oktober. Dazu wird gesondert berichtet.
Hans-Werner Franz, VBB-Geschäftsführer: "Der öffentliche Nahverkehr in Berlin ist sehr gut und leistungsfähig. Wir wollen, dass ihn alle nutzen und damit am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Unser Bus&Bahn-Begleitservice wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Er trägt dazu bei, dass auch solche Berlinerinnen und Berliner sich im Nahverkehr zurechtfinden, die sich dort bisher - aus den verschiedensten Grünen - unsicher fühlten."
Dr. Heidi Knake-Werner, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales: "Jobs im Öffentlichen Beschäftigungssektor bringen gleich doppelten Gewinn: Sie bringen eine sozialversicherungspflichtige und Existenz sichernde Arbeit für diejenigen, die lange Zeit arbeitslos waren, und sie schaffen gesellschaftlich nützliche und sinnvolle Arbeit für das Gemeinwesen. Ich begrüße es sehr, dass der VBB diese Stellen der Mobilitätshelfer eingerichtet hat. Viele Menschen in der Stadt - Berlinerinnen und Berliner sowie Gäste der Hauptstadt - werden davon profitieren."
Quelle: VBB-Presseinformation
[ Meldung nicht gefunden? Suchen Sie im BahnInfo-Archiv! ]
[ Was ist Ihnen diese Seite wert? ]
[ Zurück zur BahnInfo-Startseite ]
Alle Rechte an den hier veröffentlichten Texten und Bildern liegen ausschließlich bei BahnInfo bzw. den jeweiligen Autoren. Eine weitere Veröffentlichung der Bilder und Texte (dazu zählt auch die Verwendung auf anderen Internetseiten) ist ausschließlich mit vorheriger schriftlicher Genehmigung der BahnInfo-Redaktion bzw. des jeweiligen Autoren gestattet.
Diese Seite ist Bestandteil von BahnInfo-Berlin
Verantwortlich für den Inhalt: Jens Fleischmann, siehe Impressum
© 2000 - 2008 by BahnInfo-Berlin